Wie erkenne ich einen Schlaganfall?


FAST-Test hilft beim Beurteilen
Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Doch im Ernstfall ist das rasche Erfassen der Lage für Betroffene und deren Angehörigen häufig nicht leicht. Ein einfacher Test hilft dabei, die Situation richtig einzuordnen und für bestmögliche Hilfe zu sorgen.

FAST-Test hilft beim Einordnen von Schlaganfall-Beschwerden

„Schnelles Erkennen und Handeln sind Voraussetzung dafür, bei einem Schlaganfall das Schlimmste zu verhindern und eventuelle Folgeschäden zu vermeiden“, betont Astrid Hopfengart vom Serviceteam der KKH Kaufmännischen Krankenkasse in Brandenburg. Doch nicht immer lassen sich die Beschwerden eindeutig einem Schlaganfall zuordnen. Gerade bei leichten Schlaganfällen liegt die Diagnose oft nicht auf der Hand. Dann hilft Angehörigen und Ersthelfern zur ersten Einschätzung der rasch und einfach durchführbare FAST-Test:

  • F wie Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Gesicht einseitig verzogen? Das deutet auf einen Schlaganfall mit Halbseitenlähmung hin.
  • A wie Arms (Arme): Bitten Sie die Person, die Arme nach vorn zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer schlaganfallbedingten Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden. Die Arme sinken oder drehen sich.
  • S wie Speech (Sprache): Lassen Sie die Person einen einfachen Satz wie „Meine Lieblingsfarbe ist Blau“ nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich ein Schlaganfall mit Sprachstörung vor.
  • T wie Time (Zeit): Wählen Sie unverzüglich den Notruf 112. Wenn Sie auffällige Beobachtung gemacht haben, weisen Sie Ihren Gesprächspartner auf die vorliegenden Schlaganfall-Symptome hin und äußern Sie deutlich: „Verdacht auf einen Schlaganfall“. Wichtig: Für einen Schlaganfall-Verdacht genügt es, wenn einer der drei Tests Auffälligkeiten offenbart.

Bei Schlaganfall-Verdacht: Betroffenem kein Trinken geben

Darüber hinaus sollten Helfer folgendes beachten: Wenn Sie den Verdacht auf einen Schlaganfall haben, geben Sie dem Betroffenen besser nichts zu essen oder zu trinken. Denn der Schluckreflex kann gestört sein. Im schlimmsten Fall droht dadurch Erstickungsgefahr! Notieren Sie sich die Symptome und den genauen Zeitpunkt des Auftretens, damit Sie diese Informationen dem eintreffenden Notarzt mitteilen können. Sorgen Sie dafür, dass der Betroffene gut Luft bekommt. Achten Sie deshalb auf freie Atemwege, entfernen Sie gegebenenfalls störende Zahnprothesen und öffnen Sie einengende Kleidungsstücke.

Weniger Todesfälle durch Schlaganfall

In Deutschland führte die Akutversorgung durch spezialisierte Schlaganfall-Stationen (Stroke Units) in den vergangenen Jahren zu immer weniger Todesfällen durch Schlaganfall. Über 280 zertifizierte Stroke Units gibt es inzwischen an deutschen Kliniken. Und dennoch gilt: „Vorbeugung ist immer noch die beste Medizin. Stellen Sie das Rauchen ein, ernähren Sie sich gesundheitsbewusster und bewegen Sie sich regelmäßig“, rät Astrid Hopfengart. Der Abbau von Übergewicht und regelmäßige Arztbesuche – zum Beispiel im Rahmen des kostenfreien Check-ups – helfen, das Schlaganfall-Risiko zu senken.

Eine Liste der zertifizierten Stroke Units, einen Schlaganfall-Risiko-Test und zusätzliche Informationen für Betroffene und Angehörige finden Sie unter www.schlaganfall-hilfe.de.

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