Verbot der Tabak-Außenwerbung


Schluss mit giftigen Botschaften
Verbot der Tabak-Außenwerbung

Jedes Jahr sterben etwa 121.000 Menschen an den Folgen des Aktivrauchens und mindestens 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens. Die Bundesregierung plant ein Verbot der Tabakaußenwerbung, doch Tabakgegnern geht dies nicht weit genug.
Seit diesem Monat konfrontieren Schockfotos auf Zigarettenverpackungen Raucher mit den schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums und der Nikotinabhängigkeit. Auch E-Zigaretten und E-Shishas dürfen an Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren nicht mehr verkauft werden. Dennoch stehen der Industrie Wege offen, Tabak in der Öffentlichkeit zu bewerben: So sind in Deutschland Außenwerbungen, das Bewerben von Tabakprodukten am Verkaufsort oder die kostenlose Produktverteilung bei Veranstaltungen erlaubt. Auch über Kinowerbung ab 18 Uhr dürfen Tabakkonzerne neue Abnehmer versuchen anzuwerben und bereits bestehende Kunden zu binden.

Geplantes Verbot der Tabakaußenwerbung
Die Bundesregierung beabsichtigt weitere Änderungen am Tabakerzeugnisgesetz, um diesen Missstand zu ändern. „Gerade Kinder und Jugendliche achten zunehmend auf ihre Gesundheit. Das ist ein hoffnungsfrohes Signal. Die Zahlen der jungen Raucherinnen und Raucher sinken seit Jahren. Diesen Weg müssen wir entschlossen weitergehen“, erläutert Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. „Rauchen sollte kein Lebensgefühl sein, sondern es muss als das gesehen werden, was es ist: Ein enormes Gesundheitsrisiko mit Todespotential.“ Ab 2010 soll deshalb die Außenwerbung für Tabakerzeugnisse und elektronische Zigaretten verboten werden. Auch die bestehenden Werbeverbote im Kino sollen erweitert werden.

Gerade junge Menschen für Tabakwerbung empfänglich
Das Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) begrüßt zwar den Vorstoß der Bundesregierung, fordert jedoch ein umfassendes Tabakwerbeverbot. Die Konzerne verknüpfen ihre Produkte mit dem von jungen Menschen angestrebten Lebensgefühl von Freiheit, Selbstverwirklichung und Abenteuerlust. Ihre Bereitschaft zu gesundheitsschädigendem Verhalten steigt dadurch. „Tabakwerbung schafft positive Einstellungen gegenüber dem Rauchen und erhöht den Tabakkonsum“, kommentiert Prof. Dr. Reiner Hanewinkel, Geschäftsführer des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord).

Rauchstopp mit Schlusspunkt-Strategie
Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, dem stehen qualitätsgesicherte Methoden zur Verfügung. Die E-Zigarette gehöre jedoch nicht dazu. „Es besteht die Gefahr, dass Aufhörwillige mit der E-Zigarette das eigentliche Rauchritual beibehalten“, erklärt Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). „Im Übrigen sind auch elektronische Zigaretten, die mit flüssigen Bestandteilen arbeiten, nicht risikolos.“

Vertreter der BZgA empfehlen Rauchern die Schlusspunkt-Methode: Entschlossene legen einen Tag fest, ab dem sie nicht mehr zur Zigarette greifen. Entscheidend für einen erfolgreichen Rauchstopp ist, sich vorher geeignete Strategien gegen das Rauchverlangen in kritischen Situationen zu überlegen.

Plakate, telefonische Beratungen und Informationsmaterialien

Die BZgA unterstützt im Rahmen der „rauchfrei“-Kampagne aufhörwillige Raucher mit verschiedenen Angeboten:

  • Telefonische Beratung zur Rauchentwöhnung unter 0800/8 31 31 31 (kostenfrei)
  • Online-Ausstiegsprogramm mit Informationen und Ratschlägen unter www.rauchfrei.de
  • Online-Mentorenprogramm „Rauchfrei-Lotsen“
  • START-Paket zum Nichtrauchen mit Broschüre „Ja, ich werde rauchfrei“, einem „Kalender für die ersten 100 Tage“, einem Stressball und anderen hilfreichen Materialien.
  • Kostenlose Bestellung der Materialien bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 50819 Köln, Online-Bestellsystem:
  • Gruppenkurs „Rauchfrei Programm“: Informationen zum Kursangebot, zu Anbietern vor Ort und den Möglichkeiten der Kostenerstattung gibt es unter www.rauchfrei-programm.de


Zu dem Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. (ABNR) haben sich die Deutsche Krebshilfe und zehn weitere bundesweit aktive Gesundheitsorganisationen zusammengeschlossen. Die Organisation nimmt auch wieder am diesjährigen Weltnichtrauchertag teil, der unter dem Motto „Kein Platz für giftige Botschaften“ stattfindet. Dafür stellt ABNR ein Plakat sowie Broschüren und Flyer für Aktionen und Informationsveranstaltungen zur Verfügung. Das Plakat und alle weiteren Materialien können bestellt oder heruntergeladen werden auf der Homepage des ABNR.

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