Unwillkürliches Zittern


Entspannungstechniken helfen
Unwillkürliches Zittern

Unwillkürliches Zittern tritt nicht immer als Folge einer neurologischen Erkrankung auf. Auch Aufregung oder Stress können die Muskeln zittern lassen. Was Betroffenen hilft.

Unwillkürliches Zittern (essentieller Tremor) gehört zu den häufigsten Bewegungsstörungen und tritt ohne erkennbare neurologische Grunderkrankung auf. Die familiäre Häufung deutet auf genetische Ursachen hin. In der Regel verläuft die Erkrankung chronisch und schreitet langsam fort. Dabei können unterschiedliche Muskelgruppen betroffen sein, selbst die Stimme. Alltägliche Aktivitäten wie Essen, Schreiben oder Anziehen werden zur Herausforderung, da Bewegungen nicht mehr kontrollierbar sind. Aufregung, Stress oder Unsicherheit verstärken meist das Zittern.

Entspannungstechniken helfen bei leichtem Zittern

„Für Betroffene mit leichten bis moderaten Bewegungsstörungen ist es dann hilfreich, sich geeignete Kompensationsmaßnahmen anzueignen, die einer Zunahme des Zitterns bei Stress und Nervosität entgegenwirken“, rät Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld. „Durch Anwendung von Entspannungstechniken wie Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung können Patienten lernen, Tremor-Spitzen in einem gewissen Maße über einen begrenzten Zeitraum zu beeinflussen und zu verringern. Werden die Verfahren gut beherrscht, um Stress und Anspannung zu lösen, können sie bei Bedarf ganz gezielt eingesetzt werden.“

Medikamente lindern starke Symptome

Bei mittelschwerem bis schwer ausgeprägtem Zittern sind Entspannungstechniken allerdings meist nicht mehr ausreichend wirksam. In diesem Fall profitieren die meisten Patienten von einer medikamentösen Therapie. „Zur Behandlung kommen Betablocker wie Propranolol oder entkrampfende Wirkstoffe wie Primidon in Frage, die einzeln oder in Kombination individuell eingesetzt werden können. Sind Kopf oder Stimme vom Tremor betroffen, kann der wiederholte Einsatz von Botulinumtoxin wirkungsvoll sein“, ergänzt der niedergelassene Nervenarzt. Betroffene sollten einen Neurologen aufsuchen und eine Therapie wahrnehmen, wenn sie Einschränkungen im Alltag verspüren und einen Leidensdruck haben.

Quelle: Berufsverband Deutscher Nervenärzte

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