Paracetamol-Vergiftung bei Kindern


Giftnotruf bietet Hilfe
Paracetamol-Vergiftung bei Kindern

Eine Überdosierung des Wirkstoffs Paracetamol kann bei Kindern zu schweren Leberschäden führen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung muss schnell und besonnen gehandelt werden.

Unbedingt altersgerechte Dosierung bei Paracetamol beachten!

Jedes Arzneimittel kann bei Kindern eine Vergiftung auslösen. Besonders stark unterschätzt wird die Gefährdung durch den Wirkstoff Paracetamol, der rezeptfrei in Form verschiedener Präparate gegen Schmerzen und Fieber in Apotheken abgegeben wird. Eine Überdosierung kann lebensbedrohliche Folgen haben und zu einem tödlichen Leberversagen führen. Besonders schwierig dabei für Eltern: Beim Kind zeigen sich nur unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung mit Paracetamol muss das Kind sofort in ein Krankenhaus gebracht werden.

Hilfe für den Notfall: der Giftnotruf

Die Art der Beschwerden bei einer Vergiftung hängen von der Substanz ab. Oberstes Gebot ist Ruhe bewahren und das Kind nicht zum Erbrechen bringen. Am besten rufen Eltern direkt den Giftnotruf an, wenn der Verdacht auf eine Vergiftung besteht. Hier erhalten sie telefonisch Empfehlungen, denen die Eltern unbedingt Folge leisten sollten.

Eine Übersicht über die Telefonnummern der regionalen Giftnotrufzentralen:

Baden-Württemberg: 0761 19240

Bayern: 089 19240

Berlin, Brandenburg: 030 19240

Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen: 0551 19240

Hessen, Rheinland-Pfalz: 06131 19240

Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: 0361 730730

Nordrhein-Westfalen: 0228 19240

Saarland: 06841 19240

In lebensbedrohlichen Situationen kann alternativ der Rettungsnotruf 112 gewählt werden. Wichtig ist, dem Arzt die verdächtige Substanz bzw. Pflanzenteile oder die Verpackung zu übergeben. Auf keinen Fall darf der kleine Patient allein gelassen werden. Die Eltern müssen Atmung und Puls überwachen und verhindern, dass Erbrochenes eingeatmet wird.

Worauf Haushalte mit Kindern achten sollten

Das Befolgen einiger einfacher Regeln hilft, dass Kinder gefährliche Stoffe wie Medikamente, Chemikalien und Putzmittel gar nicht erst in die Hände bekommen:

  • Putzmittel und Arzneimittel immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Medikamente gehören in eine abschließbare Hausapotheke und auch im Krankheitsfall nie offen auf den Tisch.
  • Giftige Stoffe dürfen nie in Getränkeflaschen oder Lebensmittelbehältern gelagert werden. Es besteht Verwechslungsgefahr.
  • Offen herumliegende Handtaschen mit Parfüm oder Zigaretten sind vor der Entdeckerfreude der Kleinen nicht sicher – niemals unbeaufsichtigt lassen!
  • Die Nummer des örtlichen Giftnotrufs gehört gut sichtbar an die Kühlschranktür.

Quelle: Landesapothekerkammer Hessen

Weiterführende Informationen und Materialien zum Thema Vergiftungen vom Bundesamt für Risikobewertung.

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