Gehirnerschütterung nicht übersehen!


Kleine Kinder reagieren anders
Gehirnerschütterung nicht übersehen!

Hinfallen, aufstehen, wieder hinfallen – das ist im Kleinkindalter an der Tagesordnung. Doch eine Landung auf dem Kopf kann auch mal zu einer Gehirnerschütterung führen. Und die lässt sich bei den Kleinsten manchmal gar nicht so leicht erkennen.

Blackout schwer erkennbar

Ein kurzer Blackout und Benommenheit gelten als typische Anzeichen einer Gehirnerschütterung. Dadurch merkt man bei Erwachsenen, Jugendlichen und größeren Kindern in der Regel schnell, dass nach einem Sturz „etwas nicht stimmt“. Anders sieht das bei Kleinkindern aus. Sie können sich noch nicht so gut ausdrücken, weshalb die Symptome für Eltern oft schwer zu erkennen sind, erklärt der Kinder- und Jugendarzt Hans-Jürgen Nentwich.

Gefährliche Trias

Dabei sind Gehirnerschütterungen gerade im Kleinkindalter nicht selten. Die Trias aus Eroberungsfreude, den z.T. noch nicht komplett ausgereiften motorischen Fähigkeiten und einem kaum entwickeltem Gefahrenbewusstsein prädestiniert geradezu für kleinere und größere Stürze. Weil die Kleinen durch ihre kindlichen Proportionen oft auf ihrem Kopf landen, kann es dabei auch zu einer Gehirnerschütterung kommen.

Hier sofort Notdienst rufen

Bei deutlichen Anzeichen wird eine Gehirnerschütterung meist nicht übersehen. Dazu gehören folgende Symptome, bei denen sofort der Notdienst gerufenbzw. eine Praxis aufgesucht werden muss:

  • Große Beule oder Schwellung am Kopf des Kindes
  • Benommenheit, Unmöglichkeit, das Kind zu wecken
  • Anhaltendes Erbrechen, Blut oder Flüssigkeit im Ohr
  • Unterschiedlich große Pupillen
  • Krampfanfälle
  • Gleichgewichtsstörungen, unsicheres Gehen.

Anhänglichkeit verdächtig

Allerdings können die Folgen einer Gehirnerschütterung auch wesentlich diskreter daherkommen. Das ist zum Beispiel bei Kindern unter 2 Jahren oft der Fall. Verdächtig sind neu aufgetretene Schlafprobleme, aber auch eine besondere Anhänglichkeit. Auch ungewohntes Reiben am Kopf oder der Verlust von schon erlernten Fähigkeiten sind auffällig. Hier sollten Eltern hellhörig sein und lieber einmal zu viel die Kinderärzt*in aufsuchen, mahnt Nentwich.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

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